Muehlen-Museum Lancoir

Muehlen-Museum Lancoir.

Die Sägmühle Le Lancoir in Ban-sur-Meurthe-Clefcy nahe Fraize.

 

Lancoir ist ein historisches Monument.

Historisches Monument
Historisches Monument

Das Muehlen-Museum Lancoir ist ein Monument historique. Hiermit wird in Frankreich ein Gebäude mit Bezug zur Geschichte oder Kunst hervorgehoben. Außerdem wird es in eine Liste historischer Objekte aufgenommen. Eine genaue Erklärung dazu gibt es auf Wikipedia.

Das Muehlen-Museum Lancoir repräsentiert eine vergangene Industrie.

Die Sägmühle befindet sich im Tal „Le Défilé de Straiture“. Das Muehlen-Museum Lancoir ist aber auch ein historischer Zeuge einer vergangenen bäuerlichen Industrie. Dennoch ist die Mühle noch voll funktionsfähig und könnte sofort den Betrieb wieder aufnehmen.

Muehlen-Museum Lancoir, Aussenansicht.
Lancoir. Mühle. Aussenansicht.

Im Muehlen-Museum Lancoir werden Sie von freundlichen Tutoren empfangen. Einerseits sind sie mit den Funktionen in der Mühle bestens vertraut, andererseits warten sie gespannt auf Ihre Fragen. Des Weiteren bekommen Sie detaillierte Erklärungen über die Sägmühle, ebenso wie über eine vergangene bäuerliche Industrie. Dabei wird auch die pfiffige Wasserversorgung der Mühle erläutert, die entscheidend für die Funktion von Lancoir war.

Wie die Sägmühle funktionierte.

Balken-Säge im Muehlen-Museum Lancoir
Balken-Säge in der Sägmühle Lancoir.

Die Turbine die sich außerhalb des Muehlen-Museum Lancoir befindet, wird durch das Wasser des Bachs angetrieben. Auf Grund dessen kann sie den auf- und niedergehenden Querbalken bewegen, ebenso das daran befestigte Sägemesser. Der Baumstamm oder Balken, muss des Weiteren von Zeit zu Zeit nachgeführt werden. Dazu haben sich die damaligen Säger einen besonders raffinierten Mechanismus ausgedacht. Diesen können Sie sich in der Sägmühle anschauen und erklären lassen.

Der Säger konnte dadurch die Säge auch einmal kurz verlassen, um nach dem Wasser im Rückhaltebecken zu schauen, oder seiner Frau im angegliederten Gemüsegarten helfen. Die Sägerfamilien waren aber auch sehr arm. Oft ging die Frau des Sägers weite Kilometer um entweder auf dem Markt etwas aus dem Gemüsegarten zu verkaufen, oder um bei den Nachbarn zu betteln.

Säge trennt ein Brett ab. Lancoir.
Säge trennt ein Brett ab. Lancoir.

Auf dem Bild sehen Sie, wie die wasserangetriebene Säge ein Brett vom Balken trennt.

Möchten Sie erfahren, wie die Sägmühle zu ihrem Namen kam ?

Hier sind wir auf der anderen Seite des kleinen, engen Tales der La Petite Meurthe.

Geröllfeld gegenüber vom Mühlen Museum Lancoir.
Geröllfeld gegenüber vom Mühlen Museum Lancoir.

Man sieht das starke Gefälle. Genau diese große Neigung des Hangs hat es in früheren Zeiten ermöglicht, die abgesägten Bäume hinunter zur Mühle zu werfen. Werfen heißt auf Französisch „lancer“, also daher der Name „Le Lançoir“.

Der kursive nachfolgende Text ist der Versuch den Inhalt der Erklärungstafel beim Muehlen-Museum Lancoir zu übertragen.

 

Von der Sägmühle Lancoir ….

Quelle: Communauté de Communes de la Haute Meurthe

Das La Vallée de Straiture,

ist zweifellos eines der schönsten der Vogesen-Täler. Originalgetreu erhalten, hat es auf wunderbarerweise gewusst seine wilde Schönheit und Originalität zu bewahren.

Erklärungstafel. Mühlen Museum Lancoir.
Erklärungstafel. Mühlen Museum Lancoir.

Das Rauschen des Baches, die Kühle der Glacière (Anm.: das Eis konnte hier zwischen den Felsen bis in den Sommer hinein konserviert werden), die Qualität der Luft und die Stille entzücken diejenigen, die hier einen Hafen tiefen Friedens entdecken.

Die Sägmühle von Lancoir hat ihren einfachen und bäuerlichen Charakter bewahrt; sie stellt ein Überbleibsel der ersten Industrialisierung der Hoch-Vogesen dar. Dieser bescheidene, aber sehr schöne Bau wurde in diesem einzigartigen Tal bis heute bewahrt: der anrührende Zeuge der schweren Arbeit des Menschen.

La Petite Meurthe im Spät-Winter oberhalb von Lancoir.
La Petite Meurthe im Spät-Winter oberhalb von Lancoir.

Machen Sie einen Umweg, besichtigen Sie die Sägmühle Lancoir! Einige Meter von Ihnen entfernt befindet sich die Sägmühle Le Lancoir, die für die Öffentlichkeit geöffnet ist.

Im Verlauf der Besichtigung dieser ehemaligen hydraulischen Sägmühle, als historische Sehenswürdigkeit klassifiziert, entdecken Sie auch das schwierige Leben der Säger des 19. Jahrhunderts und die außergewöhnliche Erfindungsgabe der Menschen in den Bergen.

Sie werden hier auch tausend Tricks zum Betreiben einer Sägmühle kennenlernen, einer Maschine mit einer sehr effizienten und erstaunlichen Technologie, trotz einer sichtbaren Ländlichkeit.

Was ist das, ein Säger ?

Der Säger ist ein Arbeiter der für das Betreiben der Sägmühle verantwortlich ist. Er kümmert sich des Weiteren um alle Phasen der Produktion, vom Wareneingang bis schließlich zum Sägen der Hölzer. Der Säger lebt in der Mühle mit seiner ganzen Familie in einer Quasi-Autarchie. Außerdem legt er einen Gemüsegarten an und lässt einige Tiere weiden.

Was ist das, eine Sägmühle ?

Die Turbine, auf der Hinterseite der Mühle, wird durch den Durchfluß der La-Petite-Meurthe betrieben. Sie treibt anschließend einen Mechanismus an, der mit einer Säge verbunden ist. Diese Säge ist mit einem Rahmen verbunden. Die Bewegungen des Hin- und Her schneiden schließlich das Holz.

Die Sägmühle Lancoir.

Überreste und Zeugnisse weisen auf zahlreiche Sägmühlen in den Vogesen-Tälern hin. Sie bescheinigen außerdem die Wichtigkeit des Holzreichtums in diesem Massiv.

Schild am Mühlen Museum Lancoir.
Schild am Mühlen Museum Lancoir.

Die Mechaniker haben im Lauf der Jahrhunderte ausgefeilte Techniken entwickelt. In der Straiture wurde das Wasserrad im 19. Jahrhundert durch eine Turbine ersetzt, die von Etienne de Canson-Montgolfier konzipiert wurde. Heute ist die Sägmühle Lancoir die letzte in Frankreich, die diese Art von Turbine noch in funktionsfähigem Zustand präsentieren kann. Die Demonstration der Turbine in Aktion wird des Weiteren ein Schlüsselelement Ihres Besuches sein.

Eine Sägmühle im Mittelpunkt des Lebens vom Le Défilé de Straiture. Die Menschen wurden nicht enttäuscht, als sie sich entschlossen die Sägerei im Défilé de Straiture zu bauen. In der Tat: Ein Säger nach dem anderen wußte schließlich seinen Vorteil aus dem Reichtum des Tales zu ziehen: Holz und Wasserkraft der La-Petite-Meurthe, die entlang von Lancoir kanalisiert wurde.

Das Bauwerk wird heute auf die erste Hälfte des 19. Jahrhundert datiert. Überreste einer anderen Sägmühle aus dem 17. Jahrhundert wurden außerdem hier gefunden.

 

Die historische Säg-Mühle Lancoir von der Landstraße aus gesehen.
Die historische Säg-Mühle Lancoir von der Landstraße aus gesehen.
Die Mühle kam im Jahre 1953 zum Verkauf,

weil Wasser und Holz als nicht mehr rentabel beurteilt wurden. Zahlreiche Leute aus dem Land und aus dem Beruf haben sich in Bewegung gesetzt mit der Idee das Bauwerk zu kaufen, um es zu einer angenehmen Zweit-Residence inmitten des Waldes zu machen. Unter ihnen war auch René Durand, der letzte Säger der Straiture, der neugierig war, wer den Einsatz dafür bringen würde, wo seine Vorfahren und er selbst so gelitten hatten. Als alle sahen, wie er versuchte „seinen Haushalt“ zu erwerben, erlosch der Ehrgeiz aller angesichts des Wunsches dieses Mannes den alle Welt kannte und schätzte. Niemand wollte ihn schließlich von dem Platz verjagen, an dem er geboren wurde und an dem er immer gelebt hatte.

Die Familie Durand hat die Sägmühle von Lancoir bis zum Jahre 1963 betrieben, dem Datum an dem René seine beruflichen Aktivitäten beendet hat.

Die Mühle wurde also aufgegeben,

weil sie ihre Nützlichkeit verloren hatte. In den 1990er Jahren hat ein Sanierungsprogramm mit der Partnerschaft des Parc Naturel Régional des Ballons des Vosges es erlaubt, die Turbine zu restaurieren mit derjenigen Technik, die um 1850 eingesetzt wurde. Der Rest des Mechanismus wurde des Weiteren von Herrn Durand wieder in den Betriebszustand versetzt, unter mithilfe von Freiwilligen.

Erfahren Sie etwas über die schwierigen Umstände die, die Sägmühle umgaben.

Der kleine Bach La Petite Meurthe fließt malerisch dahin. Aber er hatte auch ein Problem.

La Petite Meurthe und Versorgungskanal mit Wehr oberhalb von Lancoir.
La Petite Meurthe und Versorgungskanal mit Wehr oberhalb von Lancoir.

Die Menge des Wassers das zur Verfügung stand, differierte nämlich sehr stark. Deshalb wurde ein kleines Vorratsbecken gebaut. Auf dem Bild links ist ein kleiner hölzerner Schieber erkennbar. Auf Grund dieses Schiebers war es möglich in trockenen Zeiten das Becken langsam zu füllen.

Schritt eins um das Problem zu lösen.
Reservoir am Ende des Kanals im Spät-Winter. Lancoir.
Reservoir am Ende des Kanals im Spät-Winter. Lancoir.

Der weitere Verlauf des linken Kanals vom oberen Bild, führt zu diesem Vorratsbecken. Den Überlauf des Beckens kann man rechts vorne vermuten. Die Wassermenge war nicht allzu groß, aber es half für eine kurze Dauer das Wasserrad in Gang zu halten. Trotzdem, war das Leben hier in früheren Zeiten sehr entbehrungsreich.

Schritt zwei um das Problem zu lösen.

Die von Etienne de Canson-Montgolfier konzipierte Turbine in Aktion.

Turbine in Aktion.
Turbine in Aktion.

Sie wurde speziell für die Sägmühlen in den Vogesen gebaut, weil sie verlässlicher, als die großen Räder war.

Anfänglich gab es 60 Wasserräder. Das allerletzte sehen Sie nun hier, nachdem ein großer Aufwand beim restaurieren betrieben wurde.

 

Turbine in Aktion. Mühlen Museum Lancoir.
Turbine in Aktion. Mühlen Museum Lancoir.

Die Canson-Turbine war erheblich effektiver als ein normales Wasserrad, weil sie auch mit kleineren Wassermengen zurechtkam. Außerdem konnte das Wasser von unten her auf die Turbine treffen. Dies bedeutete zudem einen Vorteil. Ein Wasserrad dieser Art wird als unterschlägig bezeichnet.

Der Rundwanderweg ‘Le sentier du Sagard’ nahe bei der Sägmühle.

Der Rundweg „Sentier du Sagard“ möchte dem Interessierten die Pflanzen in der Nähe des Muehlen-Museum Lancoir zeigen.

Rundweg Sentier du Sagard. Lancoir.
Rundweg Sentier du Sagard. Lancoir.

Tafeln finden sich entlang des Weges, der zunächst bequem über die La Petite Meurthe führt, dann aber kurz danach etwas rüde ansteigt. Deshalb empfiehlt sich gutes Schuhwerk. Man kann verschiedene Wege wählen, u. a. bis La Glacière. Dort konnte sehr lange Eis aufbewahrt werden. Oft bis in den Sommer, weil es dort sehr kühl war. Das Eis war von manchen Berufen sehr geschätzt, so z. Bsp. auch von den Fleischern.

Die höchsten Bäume Europas.

Im Verlauf des Weges treffen Sie auf Giganten der Pflanzenwelt, auf die höchsten Bäumen Europas.

Einer der höchsten Bäume Europas. Die Fichten der Straiture.
Einer der höchsten Bäume Europas.

Es sind genau die Fichten dieses Tales. Die höchsten sind knapp 55m lang und haben einen Umfang von mehr als 3m. Bis zum ersten grünen Zweig sind es meist mehr als 20m. Jeder der Bäume besitzt außerdem eine eigene Nummer.

Ihr Alter dürfte um 200 Jahre liegen. Sie sind natürlich gewachsen, also ohne Zutun des Menschen.

Wenn man am Stamm von unten nach oben schaut, meint man der Baum wüchse bis in den Himmel.

Die Fichte ist hier in den Vogesen am spätesten erschienen, d.h. vor ca. 3000 Jahren. Das Holz hier aus dem Tal wurde früher bspw. bis nach Holland geflößt und dort weiter verarbeitet.

Der Luchs.

Mit etwas Glück können Sie Kratzspuren an einzelnen Bäumen vom sehr scheuen Luchs entdecken.

Die Fichten der Straiture. Defile-de-Straiture.
Die Fichten der Straiture. Defile-de-Straiture.

Von Zeit zu Zeit, kann man in den Zeitungen einen Bericht von den Rangern lesen. Das seltene und scheue Tier benötigt ein großes Habitat von vielen km².

Aber eines ist sicher, der Luchs ist hier in diesem Tal, auch wenn Sie ihn nie zu Gesicht bekommen. Selbst in einem Zoo ist er aufgrund seiner Tarnfarbe sehr schwer zu erkennen.

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