Der sagenumwobene Lac de la Maix in den Vogesen.

Lac de la Maix, Vogesen.

1. Der See Maix bei Vexaincourt.

1.1 Anfahrt.

So finden Sie den Lac de la Maix. Von Raon l’Etape über die D392 nach Vexaincourt. Dann rue Joseph Sayer, rue de l’église, rue de la chouette, dann weiter zum See.

Anfahrts-Skizze zum Lac de la Maix
Skizze zum Lac de la Maix

Es geht gefühlt endlos durch den Wald. Des Weiteren denkt man schon, dass man sich verfahren hätte, oder an das Umdrehen. Es gibt zudem wenige Schilder.

Endlich erreicht man den Parkplatz und nach kurzer Gehstrecke dann den See.

1.2 Unterwasser-Archäologie.
Der Lac de la Maix hat des Weiteren  eine Bedeutung, was die Archäologie unter Wasser betrifft. Informationen finden Sie beim Taucher Eric NOEL und seiner Mannschaft. Sie fanden einen Einbaum, Glasscherben aus römischer Zeit, sowie Überreste eines Gebäudes. Infolgedessen sieht man, dass an Legenden meist etwas Wahres ist.
1.3 Wallfahrt.
Beim See gab es früher zudem Besiedelungen durch einige Eremiten. Der Ort diente des Weiteren als Wallfahrt. Den Tafeln des Anabaptisten-Wegs, auf dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Salm, lässt sich dies entnehmen. Auf der Tafel nahe bei der sog. Dicken Eiche steht außerdem: Man kann notieren, dass im 20.Jh. die Dicke Eiche als Treffpunkt der kath. Gemeinden galt. Von dort pilgerte man zur Kapelle vom Lac de la Maix. Der Weg beginnt am früheren Forsthaus von Salm.
1.4 Die Grafschaft Salm.

Der Lac de la Maix gehörte zum La Principauté de Salm, das dann später an Frankreich angeschlossen wurde. Der Grund war, dass die Grafschaft ihre Einwohner nicht mehr ernähren konnte. In diesem Zusammenhang fiel die Diözese Senones weg und das Gebiet wurde deshalb später der neuen Diözese Saint Dié zugeschlagen.

2. Der Lac de la Maix ist ein magischer Ort.

2.1 Bei leichtem Regen entfaltet sich die Magie des Ortes am besten.

Lassen Sie sich vom eigenartigen und seltsamen Zauber des  Lac de la Maix einfangen. Wir empfehlen einen Tag mit leichtem Regen um den kleinen See zu umrunden. Der fremde magische Eindruck wird dann am stärksten.

Der Lac de la Maix ist ein magischer Ort
Der Lac de la Maix ist ein magischer Ort

Der See ist, ohne menschliches Zutun, wie einer Staumauer oder Ähnlichem, ein natürliches Überbleibsel nach dem Abschmelzen der Gletscher.

2.2 Die Magie des Ortes.
Lac de la Maix
Lac de la Maix

Man kann sich bei dieser Kulisse gut vorstellen, wie die Legenden entstanden sind. Darüber hinaus spürt man, dass die Magie des Ortes eine große Anziehung besitzt.

Lac de la Maix
Lac de la Maix

Schöne Bilder zum Lac de la Maix finden Sie zudem auf dem frz. Blog von Martine Schnoering. Sie schreibt u. a., dass man keine Wertsachen offen im Fahrzeug zurücklassen solle.

3. Legenden vom Lac de la Maix.

3.1 Der Teufel der Violine spielt.

Die bekannteste Legende aus längst vergangenen Zeiten. Es befand sich eine grüne Wiese an diesem Ort, und die Jugend traf sich hier sonntags zum Tanz.

Legendentafel am Lac de la Maix
Legendentafel am Lac de la Maix

Eines Tages erschien ein Musikant der fremde Melodien spielte. Der Glaube der Jugend wurde dadurch erschüttert und deshalb verpassten sie dann den Gottesdienst. Als Strafe wurde die Wiese samt den jungen Leuten überflutet. So entstand der See und manchmal hört man zudem noch die Wehklagen aus den Tiefen des Sees.

3.2 Die totgeborenen Kinder.

Die schwarze Fee vom Lac de la Maix hatte die Macht den Kindern, die tot geborenen wurden, für eine kurze Zeit das Leben zurückzugeben. Man brachte sie dann, so schnell wie möglich, zur Kapelle um sie taufen zu können. Im 18. Jh. ging dann die Kirche dazwischen und erinnerte die Bevölkerung daran, so erzählt Abbé Dom Calmet, dass es verboten ist die Toten zu taufen, und dass dieser Brauch nichts anderes ist, als Betrug.

3.3 Das Monster.

In den Jahren um 1950, machte der See von sich reden. Man erzählte dass ein Monster, ähnlich dem von Loch Ness, die Mitte des Sees als Zuhause gewählt habe und sich manchmal sehen ließe. Die Sache war gut gewählt, daher funktionierte die List sogar einige Monate.

Ein eingefasstes Quellbächlein am Lac de la Maix
Ein eingefasstes Quellbächlein am Lac de la Maix

Es noch einige weitere Legenden um den See. Sie lassen sich zudem auf der Seite des Office de Tourisme Les Pays des Abbayes finden.

Die folgende Legende, so scheint es, hat sich ursprünglich ebenfalls auch auf einer Tafel in Nähe des Sees befunden.

3.4 Das Teufelsloch.

Vorübergehender, Reisender, Pilger, passe auf, dass du diesen Felsen nicht zu nahe kommst, sie öffnen sich bis in die Tiefe; ein steiniges Loch, dunkel und gierig. Das ist keine Zuflucht in einer Höhle im Innersten unserer fruchtbaren Erde, in der man Obdach während eines Gewitters findet, oder um zu meditieren wie es die Druiden taten.

Der Teufel. Le diable.
Der Teufel. Le diable.

Das ist kein Versteck eines Schatzes und auch nicht die vergessene Gruft eines Helden früherer Zeit. Dies ist eine Blessur im Innersten des Berges, die sich nie wieder schließt, eine eitrige Wunde, die die Verfluchten ertränkt und die Tageshelle verschlingt. Dies ist der Eingang zu einem Labyrinth mit Schatten und kratzendem Gelächter. Das ist die Höllentür! Hier ist es, wo sich der Teufel verkriecht, wenn der Gesang der heiligen Jungfrau die letzten Bruchstücke seiner verfluchten Violine zerquetscht und ihn davonjagt.

Hier ist es, wo er auf die Stunde seiner Wiederkehr wartet. Und die Bäume, diese geduldigen Wächter, versuchen zu verhindern, dass die Vorübergehenden hier im Wald in den Abgrund gerissen und ihr Geist zugrunde gerichtet wird.

Lac de la Maix
Lac de la Maix

Eine etwas längere Erzählung findet sich zudem auf den Seiten des OT „Les Pays des Abbayes“

3.5 Der Seigneur de la Maix.

Im Mittelalter, so sagt man, haben fast 20 Jahre lang Sträucher und Gestrüpp die Wege überwuchert, die zur Kapelle de la Maix führten. Niemand wagte es mehr dorthin zu gehen, so groß war das Entsetzen das vom Herren dieser Gegend ausging.

Burg
Burg

Dort wo sich heute ein friedliches Gewässer erstreckt, waren zu jener Zeit hohe Türme eines Schlosses mit Mauern aus schwarzem Stein, härter als Eisen und so kalt, dass selbst Efeu nicht auf ihnen wachsen wollte.

Der Hausherr war gefürchtet in der ganzen Gegend, berüchtigt für seine Grausamkeit und die Qualen, die er denjenigen zufügte, die das Pech hatten ihm zu missfallen.

3.5.1 In seiner Jugend, jedoch, war er ein tugendhafter Ritter.

In seiner Jugend, jedoch, war er ein tugendhafter Ritter. Mutig angesichts des Feindes, großzügig zu seinem Volke, schön wie ein Prinz aus den Legenden, wenn der Wind in seinen feuerroten Haaren tanzte. Wenn er durch die Dörfer zog, kam man aus den Bauernhöfen und aus den mit Stroh gedeckten Häusern um ihn zu grüßen. Er erkundigte sich immer nach der Gesundheit und den Sorgen des Einen, oder des Anderen und ohne zu Zögern, half er denjenigen die seiner Hilfe bedurften.

Aber das strahlende Lächeln des jungen Mannes verdüsterte sich, der Sire de la Maix war nur noch eine dunkle drohende Silhouette, die einsam die Nächte in großen Schritten durchmaß. Sein echtes Herz hatte zu jener Zeit aufgehört wirklich zu schlagen, als er eine Frau mit schönen blonden Haaren erdolchte …

3.5.2 Um seinem Namen und seinen Vorfahren zur Ehre zu gereichen.

Um seinem Namen und seinen Vorfahren zur Ehre zu gereichen, war der Sire de la Maix, als junger Knappe, zu einem Abenteuer auf der anderen Seite des Rheins aufgebrochen. Im Land der Nibelungen hatte er seinen Degen in den Dienst eines edlen Herrn gestellt, dessen Sache ihm richtig erschien und er hatte ihm Treue geschworen. Und ach! Der edle Herr hatte eine Gattin genauso schön und heimtückisch, wie ein Gewitter mitten im Sommer. Sie fand den Sire de la Maix nach ihrem Gefallen, bezirzte ihn, versprach ihm die ewige Treue und machte sich ihn zu ihrem Geliebten. Der junge Mann, ganz in seiner Leidenschaft gefangen, verriet seinen Treueschwur und fand sich träumend in den Armen der Ehefrau desjenigen wieder, dem er dienen sollte. Bald wollte er sie demzufolge in sein Land mitzunehmen.

3.5.3 Aber die Schlossherrin war ihn bald überdrüssig.

Aber die Schlossherrin war ihn bald überdrüssig, denn für sie war er nicht mehr als ein Spielzeug, und sie wies ihn ab. Sie ließ in den Kerker werfen, auf dass er im Dunklen stürbe und vergaß ihn. Anschließend trug sie sich einem neuen Geliebten an. Sie ahnte aber nicht, dass der Sire de la Maix nicht so sterben wollte. Mit List und Geduld entkam er in einer Nacht, und schlich sich in das Schlafzimmer seiner schlafenden Geliebten. Überwältigt von Verzweiflung und Zorn erdolchte er sie, flüchtete, um anschließend in sein Land zurückzukehren.

Ritter
Ritter

Von da an, um seinen Schmerz zu vergessen, berauschte er sich an Gemetzeln, jagte das kleinste Tier in die Tiefen des Waldes, schächtete Hirsche, schlitzte Wölfe auf, bis der Wald ein stilles Grab wurde. Er umgab sich mit einer Bande von Plünderern und Abenteurer, die von seinem brennenden Hass fasziniert waren, und wurde ein Gewaltmensch. Die Bewohner seiner Gegend zitterten und erschauderten, wenn er in die Dörfer ging, um dort seine Wut zu befriedigen. Die Frauen flüchteten wenn er sich näherte, die Kinder schrien in der Nacht, wenn er in ihren Alpträumen erschien. Zwanzig lange Jahre vergingen, in denen der dunkle Herr in seinem Reich wütete.

3.5.4 Eines Tages beschloss der Sire de la Maix.

Eines Tages beschloss der Sire de la Maix, in einer Laune, ein großartiges Fest zu geben. Er befahl seinen Haudegen ihm die kostbarste Beute zu bringen und diejenigen kommen zu lassen, die ein Instrument spielen konnten, um sein Fest zu schön zu gestalten.

Am betreffenden Abend, auf dem höchsten Turm seines Schlosses, sah er wie der lange grinsende Zug seiner Diener, vor sich die Gefangenen herumstieß, die zudem mit den Früchten ihrer Plünderung beladen waren. Mit einem grausamen Lächeln betrachtete der Sire de la Maix die dunklen Wolken die der Wind zusammentrieb und den Regen, der sie ins Innere seines Gemäuers drängte.

3.5.5 Und die Orgie begann.

Und die Orgie begann. Umgeben von seinen Komplizen, die sich zuerst am Wein und dann am Blut berauschten, forderte der Sire de la Maix von den Bauern, dass sie ihre schönsten Melodien spielten. Aber der Klang der Fiedeln und Flöten der sich in die Nacht erhob, war von einer unergründlichen Traurigkeit, voller Widerhall des verwüsteten Heims, von Frauen und Kindern die sich zitternd ins Holz flüchteten, gestohlenen Herden, zertrampelten Ernten … Und der Regen schlug an die Scheiben des Schlosses und der Wind pfiff durch die Wipfel der Tannen.

Unwetter
Unwetter

Angesichts des großen Schmerzes, den die sich grämenden musizierenden Bauern empfanden, erinnerte sich der Sire de la Maix. Er erinnerte sich an die glücklichen Momente und an die verlorene Liebe … Er wollte den Musikanten zurufen, dass sie damit aufhörten, aber er hatte nicht mehr die Kraft dazu. Plötzlich schlug der Blitz in die Burg ein. Die Mauern erzitterten. Der Wind blies voller Wut die Fackeln aus.

3.5.6 Ein wildes Grollen donnerte im dunklen Wirbel der Wolken.

Ein wildes Grollen donnerte im dunklen Wirbel der Wolken, die Winde sammelten sich und warfen sich, wie zornige Reiter, gegen die Mauern. Die dicken Eichentüren sprangen auf und die am Fest teilnehmenden Plünderer, gelähmt durch die Angst, sahen in die flammenden Augen von Luchsen und Wildschweinen, die sich auf sie warfen und sie mit ihren Stoßzähnen und Krallen zerrissen. Sie hinterließen auf den zitternden Mauern lange blutige Spuren.

Der Sire de la Maix verharrte mit Tränen verhüllten Augen bewegungslos, während sein Hof hingeschlachtet wurde, sich lange Risse infolge des Gewitters auftaten, und sein stolzes Schloss in Stücke gerissen wurde.

Nacht
Nacht

Er blieb der einzig Überlebende; die Stille kam zurück. Die Wolken wichen und enthüllten den Mond und eine opaline Helligkeit. Die Felsen öffneten sich und langsam begann das Schloss zu versinken. Es verschwand auf immer, in einem aufgerissenen Schlund, den klare Wasser zu bedecken begannen. Danach entstand ein See, der die Tannen spiegelte und das Glitzern der Sterne reflektierte. Manchmal kann man aus der ruhigen Tiefe einen Gesang hören, der von Fiedeln und Flöten begleitet wird. Es ist die Klage des Sire de la Maix, der um seine verlorene Liebe und wegen seiner verletzten Seele weint.

 

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